Es hat sich wieder einiges aufgestaut. Wenn der aufmerksame Beobachter täglich durch die Weiten des WWW und sonstiger medialen Massenabfertigung rauscht, fallen ihm immer wieder zotige Schoten auf, die ich euch natürlich nicht vorenthalten will.
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Tja. Da sind sie gescheitert. War ja irgendwie zu erwarten gewesen. Mir er schien das Thema eh relativ suspekt; erst wird die Zeit zum Abi von 13 auf 12 Jahre verkürzt, was schon einen nicht unerheblichen Lernaufwand mit sich gebracht hat (ich hab zwei kleine Geschwister die da voll drin stecken – Gott, hatten wir das damals gut!^^), und dann ist der Plan die Grundschule auf 6 Jahre zu verlängern? NOCH zwei Jahre weniger auf dem Gymnasium, in denen sich auf das Abitur vorbereitet wird? Und wozu haben wir denn eigentlich die Orientierungsstufe abgeschafft (hatte Hamburg die auch?), damit die Kinder schneller auf die weiterbildenden Schulen kommen, nur um es jetzt vollkommen in Gegenteil zu verdrehen? Zack, plötzlich haben die Grundschulen 2 Jahrgänge mehr, und wissen nicht wo sie hinsollen. Mal völlig abgesehen davon, wie sinnvoll längeres gemeinschaftliches lernen ist, frage ich mich, wer bei diesem Tohuwabohu in der Bildungspolitik noch daran glauben soll, dass da wirklich Lösungen gesucht werden, und nicht einfach Reformwille gezeigt werden soll? Permanent werden überall panisch die Bildungsysteme umgeschubst, wieder aufgehoben, neu zusammengesetzt, wieder auseinandergenommen, nochmal zusammengesetzt und hin und her. Meine Generation hat das ja schon sehr stark mitbekommen, egal, wo wir schulisch landeten, da war gerade eine Reform gekommen. Versuchskaninchen forever. Und nicht, dass das mal zuende gewesen wäre, nein, jetzt auf der Uni geht es weiter, und man wird zur dämlichen Bachelor-Laborratte, und muss hoffen, dass das alles noch irgendwie gut geht, der Dipl.-Ing. nicht in ein paar Jahren wiederkommt und mein ach so derber, international anerkannter M.Sc. plötzlich vergleichsweise schlecht angesehen wird. Hachja. Die Politik. Ist es nicht schön?
Mal abgesehen davon wären 6 Jahre Grundschule vielleicht nicht einmal so falsch, aber dann doch bitte wieder Abi in 13 Jahren oder so. Rein vom „Gefühl“ her bin ich persönlich ja eher gegen Gesamtschulen. Sicherlich auch, weil ich das „alte“ Schulsystem so gewöhnt bin. Oder auch, weil ich zweifel habe, dass das so sozial funktionieren würde. Die Intelligenteren sind ja eh gerne die Streber und Klassenopfer, und ich hab ernste Zweifel, dass bei einer solche Zusammenlegung solche Schüler nicht ernsthafte Einbußen würden hinnehmen müssen.
Tatsache ist allerdings, dass ich in dem Thema nicht gerade Spezialist bin, und meine Meinung entsprechenden Wert hat
Ärgerlicherweise scheint das auch für unsere werten Politiker zu gelten. Aber die sind wenigstens größtenteils Konsequent, und beschränken das nicht nur auf banale Themen wie Bildung, nein, auch vom Internet wird ja gerne keine Ahnung gehabt. Ich könnte jetzt den „Reset-Knopf“ fürs Internet kommentieren, aber… Ich linke lieber Zach, der hat das schon sehr schön getan ![]()
Zum Abschluss möchte ich hier noch ein Video des ARD-Formates Panorama zu dem Thema verlinken, in dem eine genau Gegensätzliche Position zur meinen vertreten wird. Unbedingt angucken!
PS: Das ist einer der Texte, die ich meinte. Von Flucht kann also keine Rede sein, denke ich
Liebe allzutaegliches-Fans,
pünklich zum Sommerloch präsentiert sich allzutaegliches in einem komplett neuen Gewand und wir finden’s toll! Inhaltlich hat sich nichts geändert, nur die Fassade wurde neu gestrichen und diesmal in einem bezaubernd-beruhigendem Hoffnungs-Grün-Blau. Überflüssiger Schnickschnack wurde kurzerhand in das große schwarze Off des WWW deportiert, wobei die wichtigsten Elemente in eine wunderschöne, übersichtliche Sidebar gerettet wurden, angeführt vom neuen, informativen „allzutaegliches Wörter“-Bericht.
Was gibts sonst noch so? Ganz unten auf der Seite findet ihr unser Archiv mit praktischer Suchleiste gleich dazu. Da kann eigentlich nichts mehr schief gehen und wenn doch, klickt euch einfach mal durch Marias tolle Afrikabilder, die vor dem neuen Hintergrund gleich auch viel intensiver wirken!
Allzutaegliches hat übrigens im Stillen und ganz nebenbei die 25.000 Besuchermarke geknackt, was trotz aktueller Artikelproduktionsflaute immerhin beachtlich genannt werden kann. (Ja, das soll ein Wink mit dem Zaunpfahl an alle Autoren sein – @ Nec: Deine Seite ist echt knorke, aber du hättest doch nicht gleich zu fliehen brauchen…)
Wir sind gespannt auf unsere neuen, kommenden Artikel und weiterhin viel Spaß
Euer allzutaegliches-Team
Dieses Mal die Geparden. Einigen konnten wir uns in freier Wildnis und per pedes bis auf wenige Meter nähern.
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Hallo werte Leser. Ich möchte an dieser Stelle einmal in kurzer Eigenwerbung den Hinweis streuen, dass ich mittlerweile auch wieder „auf eigener Seite“ blogge: www.tobermorit.wordpress.com
Der Grund dafür ist simpel; der Großteil meines kreativen „Outputs“ ist eher in die Kategorie Blödsinn einzuordnen, mit dem ich dieser Seite nicht wirklich gerecht werde. Vorteil an diesem Blödsinn ist auch, dass er meist nicht so Zeitintensiv ist, wie ein vernünftiger Artikel. Letztere werde ich auch weiterhin hier posten. Netzfundstücke und ähnliches werden allerdings dann eher auf Tobermorit erscheinen, wie ich hoffe, auch in höherer Frequenz.
Ansonsten wünsche ich der studierenden Allgemeinheit eine so wenig unerfreuliche Prüfungszeit wie möglich
So Prüfungen haben nix erlaubt außer Prüfungen, deswegen beginnt der Juni ein wenig später
Thema sind Hippos und Nashörner, beide kolossale dicke Wesen, die meist gemächlich durch die Savanne schnuppern.
Hippos ärgern sich gerne mit badenden Elefanten und reißen ihr Maul inklusive dicker Zähne weit auf … und beeindrucken damit jeden, außer Elefanten. Sie trauen sich erst nachts aus dem Gewässer hinaus, wenn man Glück hat, erwischt man genau den richtigen Zeitpunkt und eine Kolonne dicker Popos wackelt aus dem Wasser.
Nashörner sind sehr scheu, schnell wenn nötig, leben als Einzelgänger und haben Ohren wie antiquierte Lautsprecher. Nur sehr selten sieht man sie wie auf den Bildern in einer großen Gruppe. Ihre Spuren in den Weiten Afrikas hinterlassen sie ihn Form weit ausladender Flächen und mit dem Hintern verteiltem Kot.
Als ich mich im Urlaub in Südfrankreich mit einem Geoinformatiker über den Sinn und die Wissenschaftlichkeit der Geisteswissenschaften stritt, ist mir klar geworden, welche schwierige Position die Literaturwissenschaft im akademischen Feld verteidigen muss. Für den technikbegeisterten Geographen hätten Untersuchungen nur einen Anspruch auf das Prädikat „Wissenschaftlichkeit“, wenn sie durch quantitative Statistiken belegt werden könnten und, unter den gleichen Umständen wiederholt, das gleiche Ergebnis lieferten. Alles andere sei Sache des Gefühls, quasi Privatsache und keine Wissenschaft. In mir regte sich heftiger Widerstand, doch das Gegenteil konnte ich ihm nicht beweisen.
Klassiker der Weltliteratur für 1,50 € zu erstehen, ist schon ein tolles Gefühl. So kann das Bücherkaufen schnell zur Sucht werden, vor allem bei mir. Das Thema „Sucht“, aber diesmal „Spielsucht“, wird auch in meinem neueren Fang verarbeitet. Um meine Desorientierung in der russischen Literatur zu überwinden, habe ich mich an Fjodor Michailowitsch Dostojewskijs Roman „Der Spieler“ herangewagt. „Heranwagen“ ist eigentlich das Falsche Wort für dieses wunderschöne Stück Literatur. Doch nicht zuletzt durch die Klitschko-Brüder und ihre Milchschnittenwerbung ist die russische Literatur dazu bestimmt „ schwere Kost“ zu sein. „Tooooolstoiiiij – schwääääääärrrre Koooohst“, könnt ihr euch erinnern?
Wer keine Lust hat sofort Dostojewkijs Jahrhundertroman „Der Idiot“ mit seinen fast 800 Seiten zu lesen, dem empfehle ich zum Einstieg den „Spieler“. Knackige, spannende und sprachvollendete 150 Seiten! Die Atmosphäre des Buches ist folgende: Die adelige Highsociety der wichtigsten europäischen Nationen trifft sich in der fiktiven deutschen Stadt Roulettenburg, um ihre Renten zu verprassen, die ihnen ohne Arbeit durch große Landgüter in die Hände fließen. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts präsentiert sich ihre Residenz, ein nobles Kurhotel zwischen Bürgerlichkeit und Hofstaatlichkeit, als Schmelztiegel unterschiedlichster Charaktere und Nationen. Das erinnert doch stark an Thomas Manns Zauberberg? Doch anstatt Lungenleiden zu pflegen, ist der langweilige Müßiggang die schlimmste Krankheit der Bewohner. Jetzt wird einem klar, warum Thomas Manns Erzählstil zu der Erzähltradition des 19. Jahrhunderts gerechnet wird.
Ein Lotterleben, würde man denken. Doch der Schein trügt. Die Hauptfigur Alexej Iwanowitsch ist als Hauslehrer bei einem schwer verschuldeten russischen General angestellt, der seine Familie und Diener wie einen Hofstaat um sich schart. Der Aufstieg der Bourgeoisie beginnt, der Abstieg des Adels scheint nicht mehr fern. Um sein galantes Leben weiter aufrechtzuerhalten, spekuliert der abgebrannte General auf das Ableben einer reichen Großtante in Russland, dessen Erbe er anzutreten gedenkt. Doch dann…
Die eigentliche Haupthandlung kreist aber um Alexeij und seine Liebe zur Tochter des Generals – Paulina. Eines Nachts gewinnt Alexeij, der sonst nie spielt, alle Roulettetische auf einmal. Sein Glück kann er kann er kaum fassen, seinen Gewinn muss er sofort Paulina zeigen. Paulina, hoffend, in Alexeij einen wirklichen Freund abseits der adligen Scheinwelt gefunden zu haben, denkt, er wolle sie kaufen, und kündigt die Freundschaft. Es konnte anscheinend nicht anders kommen. Alexeij sinkt immer weiter hinab in den Sumpf des Spiels.
Einige herrliche Szenen konstruiert Dostojewskij zur Freude des Lesers: Alexeij unterwirft sich bei einem Parkspaziergang dem Willen Paulinas. Sie spielt mit ihm und möchte, dass er die Frau eines edlen deutschen Grafen auf offener Straße anspricht. Ein bürgerlicher Hauslehrer, der sich so etwas traut! Alexeij stürzt sich in sein Unglück und produziert einen handfesten Skandal im Hotel. Diese Zeit war so anders als unsere. Später – jetzt kann ich es ja ruhig verraten – reist zum Schrecken aller die tot geglaubte Großtante an. Die resolute alte Dame lässt sich in nichts reinreden und verspielt all ihr Geld, der General ist der völligen Verzweiflung nahe. Mit dieser Großtante soll Dostojewskij seinen lebendigsten Charakter entworfen haben. Ich habe mich halb totgelacht!
Dostojewskij verarbeitet in diesem kurzen Roman seine eigene Spielsucht auf seinen Reisen durch Europa – er soll sie dadurch nicht besiegt haben.
Also Leute: Keine Angst vor den alten Russen! Die sprachliche Schönheit der Werke Gogols, Dostojewkijs und Tolstois überwältigt so, dass die angebliche Schwere der russischen Steppe in den Hintergrund tritt. Ich stehe am Anfang, einen für mich neuen literarischen Kosmos zu entdecken.
So ihr Lieben, der Blog ist ja ein wenig eingeschlafen, höchste Zeit für Afrika im Mai!
Thema ist – wie könnte es anders sein – die Vielfalt der Vogelarten Südafrikas! Und die kann sich sehen lassen – staunend schon am ersten Tag erblickt man in jedem Busch, am Grund, in jeder vorstellbaren Form, Farbe und Größe unterschiedlichste Arten. Genauere Beschreibungen s.u.
- Geier in Nähe eines Löwenrudels, das gerade einen Kudu geschlagen hat
- die farbenfreudigere Variante unseres Storches ;-)
- Grauer Lärmvogel oder netter auf englisch: Grey Lourie, geben quakende, baby-ähnliche Laute von sich
- Gabelracken – die buntesten Vögel Südafrikas, vereinen 7 Farben in ihrem Gefieder
- Gelbschnabeltokos oder auch Flying Bananas, kleinste Art der Nashornvögel, kann man häufig auf Termitenhügel wartend beobachten
- Schlangenadler (engl. Bateleur), gehören zu den farbenfreudigsten Adlern, können angeblich bis zu 500 km am Tag zurücklegen
- Zwergspinten (engl bee-eater), ernähren sich von Insekten
- Weißtstirnspinte (auch ein bee-eater), bauen sich Höhlen in Felswänden (wie hier zu sehen), ich beobachtete sie in einem trockenen Flussbett und übersah beinahe den über mir aufragenden Elefanten …
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Der schöne April eingeleitet (oder inzwischen eher begleitet) durch: Hyänen, Wildhunde und einen munteren afrikanischen Schakal.
Wildhunde sind als ursprünglich einheimische (und nicht eingeführte!) Tiere Afrikas kaum bekannt, jedoch die effektivsten und ausdauerndsten Jäger und inzwischen selten geworden – der Erfolg eines jeden Rangers ist es, ein Rudel aufzuspüren. Ist man einmal unter ihnen fühlt man sich in einem kleinen übermütigen Kindergarten – voller Lebenslust mit ihren Welpen tollend, immer auf dem Sprung, nie in Ruhe oder Trägheit verharrend, sondern ständig den nächsten Moment erwartend. Dementsprechend asketisch dratig ist ihr Körper, das Fell passt sich der Umgebung so perfekt an, dass sie in den Büschen der Savanne verschwinden.
Hyänen als unberechtigt verhasste Tiere, erstaunen in ihrer völligen Normalheit und mit ihren hübschen großen Bärenohren – ausgenommen natürlich die Tatsache, dass sie ganz gut in der Lage sind sich von Knochen zu ernähren und daraus resultierende Abbauprodukte als weißen (Calcium!) Kot wieder ausschzueiden.
Schakale hört man häufiger, als dass man sie wirklich sieht – einzige Gelegenheit bot sich uns bei einer kräftigen Löwenmahlzeit; der kluge kleine (nein eher winzig wirkende) Aasfresser Schakal stibitzte sich ein Stück der Beute und vertilgte es nervös um sich blickend ob der im Vergleich zu ihm Riesen von Löwen.
Gleich ist ihnen allen, dass sie im Gegensatz zu den katzenähnlichen Räubern Löwen, Geparden und Leoparden den hundeähnlichen Raubtieren angehörig sind.













