Archiv nach Autor: Marcus

Ohne Titel

„Gewürz“, hatte er gesagt, der füllige Mann;
„Gewürz“ doch es hatte wie „Geh, würz!“ geklungen. Sein Bauch war über die Tischplatte geschwappt, die Serviette an die Brust gelegt, wie ein kleines Kind. Sollte er doch sein Gewürz haben, sein „Oregano“, mit dieser falschen Betonung, als wollte er mit dem „Ooo“ die Kerzen löschen.
Es sind immer die [...]

Alliterationen

„In Zeiten der 300 Grundworte verschwindet die Fähigkeit zur Anstregnung des Unrteils und damit der Unterscheid zwischen wahr und falsch“, so Adorno.
Um der Sprachverkürzung entgegenzutreten, eigenen sich Alliterationen, durch ihr schlichtes, wie striktes Prinzip besonders,  ein differenzierteres Sprachbewußtsein zu entwicklen.
Hiermit sei der geneigte Leser herzlich eingeladen, selbst verfasste Alliterationen, in den Kommentaren zum Besten zu [...]

Schnitt: mit offener Klappe

Der Schnitt der Schere sollte doch das einzige sein, was an akustischen Reizen, dem werten Kunden während eines Friseurbesuchs ans Ohr dringt.
Doch weit gefehlt, ähnlich einem Kabarettkünstler während seines Abendprogrammes, sieht sich der Schneidene, obwohl häuftiger und grade insbesondere, die Schneidene zur Alleinunterhaltung verpflichet.
Mögen die ersten 2 Minuten des Kürzungsvorganges in Stille vergangen sein und [...]

zur Krise…

Avaritia
Oben, die letzte Stufe,
halt es fällt,
ich rufe,
Scheiße mein Geld!
Wie es rollt,
behebig springt,
blitzend gold,
klirrend klingt.
nach der Treppe aus der Tür
Dich schnapp ich mir,
bleib hier!
Seh wie’s auf die Auffahrt rollt,
und das kleine Gold,
sich Richtung Straße trollt.
Fast hab ich es eingeholt,
siegesgewiss am Mittelstreifen,
greif ich es,
quitschende Reifen!
Noch bevor meine Hand
die Münze fand,
werd‘ ich durch die Luft gerissen,
Knacken, Schreien Zischen.
Lande [...]

Wie die Tomaten rot wurden

Wie die Tomaten rot wurden
Als Gott sie schuf, die Tomaten,
waren sie ihm gut geraten.
Sie hingen gold-gelb an hohen Bäumen
und wussten’s Paradies zu säumen.
Doch mit einem Mal,
nämlich mit dem Sündenfall,
wurde es für sie fatal.
“Kommt probiert von dieser hier”
sprach listig die Schlange.
Adam packte schnell die Gier,
da wurd’ den Tomaten bange.
Waren etwa sie gemeint?,
doch sie wehrten sich vereint.
Sie [...]

Sieben auf einen Streich

Heute gleich sieben Artikel in einem, es folgen:
-Moralpredigt eines Nihilisten
-Charismabescheibung Ronald Pofallas
-haltbare Gottesbeweise
-ästhetische Momente eines Fussballspiels
-Liste verifizierter Verschwörungstheorien
-Ranickis Legitimation als Brachenfremder das deutsche TV-Programm derart zu     kritisieren.
-Gelungende Pointen Mario Barths während seines Abendprogrammes
In diesem Sinne
Marcus

„Political correctness“ oder „Subversion durch die westliche Gesellschaft“

Ein kleiner Mann aus Beirut
fand die Hitze dort nicht gut,
Drum nahm er sein’ Hut als Gepäck
und zog weg.
Nun wohnt er bei Ruth in Neuköln,
und wünschte sich lieber ‘nen Helm
als Schutz vor den Nazigesellen.
Jetzt will er zurück in den Libanon,
denn die Prügel da, kennt er schon.
Und so denkt er voller Wonne,
in seiner Tonne bei Ruth
an die [...]

Zum ewigen Lernen

Zum ewigen Lernen
Überall ist es zu hören:
Hört zu, hört zu, spitz eure Ohren,
saugt es auf und macht was draus
lernt! paukt! verbissen und versessen,
bloß nichts vergessen!
Wissen ist Macht,
und Macht das Ziel,
drum lernt fleißig und viel.
Denkt nicht ans Leben, an Familie und Kind,
feuert euch an,
nehmt euch hart dran,
habt Angst, dass die anderen besser sind!
Als Zweiter in dem [...]

Geschichten von Herrn Schmidt (1)

Herr Schmidt fragte einmal wann unsere Zivilisation entstanden sei.
„Mit der Schöpfungen“ erwiderte der Pfarrer.
„Mit dem Beginn des Ackerbaus“ antwortete der Naturwissenschaftler;
„Mit der Verteilung der Macht“ so der Politologe.
Als letzter gab der Philosoph seine Einschätzung ab: „Mit den ersten Höhlenmalereien“
Herr Schmidt dachte über diese Aussagen nach und frage alsdann, mit welchem Ereignis die Zivilisation aufhören würde [...]

Arm und Reich

Wären die Armen reich und die Reichen arm,
würden die reichen Armen den armen Reichen
auch keine Hand zur Hilfe reichen.
Die armen Reichen würden den reichen Armen,
auch über ihr Leid klagen.
Bleiben die Armen arm und die Reichen reich,
so ist’s genau gleich!