Eike hat vorgelegt, der erste Blogeintrag! Das ist natürlich schön und gut, hat jedoch zur Folge, das ich nun am Zug bin.

Doch jeder Eintrag, braucht ein Thema, eine These, eine Bewertung, oder zumindest einen Denkansatz.

Der Blog heißt Allzutägliches, das heißt aber nicht, das gerade das Alltägliche aus dem Leben des hier Schreibenen in Tagebuchmanier, wohlmöglich noch mit Photos vom letzen Wochenende präsentiert wird.

Dieser exhibitionistische Ansatz liegt uns fern, gleichzietig ist er aber gerade auch ein interessantes Fundament für einen Eintrag, eben um seines Wesens willen: Warum stellen sich so viele Jugendliche auf diversen sozialen Netzwerken, in Proflibeschreibungen von Chat-Clients oder im eben im Blog aus und dar?

Gerade dieses Hinterfragen soll inhaltlichicher Schwerpunkt meiner Tätigkeit hier sein und somit ist meine erste Beitragsreihe auch auf eben das dafür nützliche Requisit beschränkt: Die Frage.

Zitat Wikipedia „Eine Frage ist eine Äußerung, mit der der Sprecher/Schreiber eine Antwort zwecks Beseitigung einer Wissenslücke herausfordert. Die Antwort ist ein Satz, der die Leerstelle ausfüllt, die in einer Frage stets enthalten ist.“

In dieser Definition sind Frage und Antwort schon so dirket verknüpft, dass man sich eben eine Frage kaum noch ohne eine erwartete oder implizierte Antwort vorstellen kann.

Fragen wie „Hast du dein Zimmer aufgeräumt?“  oder die allzu typische, die oben genannte direkte Verknüpfung soweit ausnutzende Frage, dass die Antwort gar nich mehr erwartet wird, wie etwa “ Na, du auch hier im Freibad?“, (hierzu: http://www.schaepp.de/ichbindoof/in.html) zeigen die Zusammengehörigkeit von Frage und Antwort.

Aber was ist wenn eine Frage gestellt wird, deren Anwort weder der Fragende kennt, noch der Antwortende.

Damit mein ich nicht unbedingt Fragen wie „Regnet es morgen?“, die Allwissenheit erfordern oder welche wie „Findest du Monet besser als Van Gogh“,die nur von der subjektiven Meinung abhängig sind.

Interessant sind vielmehr Fragen, die auf dieser Webseite gelistet sind: http://was-wenn.org/

Nicht ihren bemühten Kommentare wegen, in denen Antwortversuche stehen sind sie interessant, vielmehr aufgrund ihres produktiven Charakters.

Solle Fragestellungen, sollten auch gesellschaftspolitisch eine größere Rolle bekommen, da sie oft helfen einen anderen, objektiveren Blick auf eine Situition zu werfen.

Was währe wenn die Terroranschläge am 11. September de facto nciht stattgefunden hätten, wären die Kriege gegen Afghanistan und Irak in die Geschichte eingegangen, oder wäre die internationale Resonanz auf eben einen sollchen Kriegsvorschlag seitens der USA so vernichten ausgefallen, dass diese keinen Krieg geführt hätten?

Währen diese Kriege ohne die Gefahr des Terrors möglich gewesen? Währen sie von den Vereinigten Staaten ind diesem Falle überhaupt intendiert gewesen? Wäre die Rezession in den USA ohne die immensen Kriegskosten (seit 2001 über 1,6 Billionen US Dollar) zu stoppen oder wenigstens zu bremsen gewesen?

Das gleiche funktioniert auch in der Innenpolitik:

Wäre eine Koaltion mit der Linken in Hessen zu stande gekommen, hätte A. Ypsilanti, ihr Wahlversprechen mit ihnen eben nicht zu koalieren nicht gemacht um es anschließend zu brechen?

Solche Fragen sind viel interessanter als eine eineseite Hypothese wie etwa „Ypsilanti wurde aufgrund ihres gebrochenen Wahlversprechens nicht zur Ministerpräsidentin gewählt“, da sie keine Meinungen dem Gefragten aufdrängt. Sie lässt die Antwort offen, gerade weil auch keine definitiv richtig Antwort gefällt werden kann, schließlich sind die Beweggründe der vier rebellischen Abgeordneten, der Wahl ihrer Fraktionsgenossin nicht zuzustimmen zwar vermutbar, letztlich jedoch nicht als Fakt vorlegbar.

Solche Fragen hören nicht mit einer Antwort auf, auch nicht mit der, dass sie nicht beanwortbar ist, vielmehr ergeben sich aus ihr weitere Fragen aus denen sich wieder weitere ergeben, um letzendlich die kompletten Sachzwänge und Zusammenhänge aufzuschlüsseln.

Dieses hartnäckige Forschen ist Aufgabe jedes Gefragten und so ist es nur wahrscheinlich, das nach intensiver Beschäftigung mit der oben genannten „Ypsilanti“ Frage bald auch eine nach der Sinnahftigkeit des Fraktionszwanges auftaucht.

Nun aber genug von der Theorie und das für mich schönste Beispiel der kreativen Kraft der Frage.

Hierzu ein Gedicht von Ringelnatz, alternativ hätte es auch ein Bild von Dali seien können.

Logik

Die Nacht war kalt und sternenklar,
da trieb im Meer bei Norderney
ein Suahelischnurrbarthaar –
die nächste Schiffsuhr wies auf drei.

Mir scheint da mancherlei nicht klar:
man fragt doch, wenn man Logik hat,
Was sucht ein Suahelihaar
denn nachts um drei am Kattegatt?

Es geht nicht darum nur den letzen Vers als Frage zu verstehen, weil dieser als eine formuliert ist, vielmehr gilt es dem gesamten Gedicht gegenüber zu fragen: Wieso, wieso hat Ringelnatz das geschrieben, wieso gerdae Norderney?, wieso drei Uhr auf der Schiffsuhr?

Im Mittelpunkt steht aber wieder nicht die Antwort. Die eignetlliche künstlerische-kreative Leistung Ringelnatz‘  wird auf den Leser in dem Moment übertragen in dem er fragend über das Gedicht reflektiert und damit alle Ebenen des Geistes anregt.

Die Phantasie (Wie ist das Meer in einer kalten, sternklaren Nacht vor Norderney?), die Vernunft(Wieso hat Ringelantz es so gedichtet, was war seine Absicht?)und die analytische Fähigkeit (Suahelischnurrbarthaar?, woraus ergibt sich dieser besodnere Klang?)

Da ich jetzt noch auch voller Fragen bin und diese in ihrer Bearbeitung- dies heißt wie wir jetzt wissen, nicht Beantwortung! -recht ermüdend sind verschiebe ich meine Interpretation dieses Gedichtes auf den nächsten Blogeintrag zum Thema „die Frage“.

In diesem Sinne

Marcus

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