die nächste geschichte aus friedelshain behandelt die tage mittwoch, den 19. november, und donnerstag, den 20. november, an denen maltes halbbruder zwecks eines fußballspiel nach berlin gereist war und bei uns in obhut genommen wurde. es war nicht irgendein fußballspiel, sondern das länderspiel-derby schlechthin: deutschland-england. da fällt mir als fußballlaie (schreckliche rechtschreibreform, ein wort mit drei L, das geht doch gar nicht) eigentlich als erstes das umstrittene wembley-tor aus dem jahre 1966 ein, dessen wir uns an dieser stelle erinnern mögen.

so gefaked dieses wembley-tor war, so schlecht und verdient hat die deutsche nachwuchs-dfb-elf am besagten mittwoch gegen die rot-weißen inselpiraten verloren. ich möchte mich in diesem artikel gar nicht auf fußballerische diskussionen einlassen, doch das helmes-tor zum 1:1-ausgleich verdient aufgrund seines hohen unterhaltungswertes besondere erwähnung:

dass deutschland dieses tor doch noch erzielt hat, grenzt fast an ein wunder und ist sicherlich auf die unsicherheit des englischen keepers zurückzuführen. alles in allem war das 1:2 ergebnis durchaus schon in den ersten 20 minuten vorauszuahnen.

richtig lustig war eigentlich nur das drumherum, das heißt die anfahrt und abfahrt mit den öffentlichen verkehrsmitteln, die ab dem alexanderplatz hoffnungslos verstopft waren, wie merlin trotzdem noch einen sitzplatz ergaunert hat, bleibt sein geheimnis, wahrscheinlich spielen sich solche szenen täglich im haushalt blaase ab, wenn sich er und seine fünf geschwister am essenstisch versammeln. jahrelange übung ist da schon von vorteil, das war zumindest maltes theorie. ein nettes gespräch hatten wir mit einem etwas älteren geschäftsmann aus berlin, der ursprünglich aus nordfriesland kam, und sich anscheinend gefreut hat, endlich mal wieder norddeutsch-breit zu reden und gesprächspartner ohne berliner schnauze vor sich zu haben.

angekommen am olympiastadion wurden wir von einigen schwergepanzerten hundertschaften zum eingang geführt und im nachhinein waren wir uns alle einig, dass dieser geleitschutz auch nötig war, denn zwischen dem england- und deutschlandeingang flogen viele bierflaschen und andere aerodynamische gegenstände hin und her.

dann das spiel: langweilig.

die abfahrt: gestaltete sich in etwa genauso schwierig wie die ankunft, wenn ein paar tausend leute gleichzeitig in eine s-bahn steigen wollen, kann man schon im vorraus klaustrophobisch-hektische szenen ahnen. und nun komme ich zur überschrift dieses artikels. genial und angetrunken wie wir waren heckten wir einen teuflischen plan aus: wir nahmen einfach die s-bahn in die gegenrichtung, stiegen bei der ersten haltestelle in die gerade einfahrende richtige s-bahn um und ergatterten so alle einen sitzplatz. ha ha, was für stoffel, dachten wir nur als wir in die haltstelle „olympiastadion“ einfuhren und die drängelnden massen sahen. das war der s-bahntrick.

am donnerstag besuchten wir noch die modellbahnaustellung „loxx“ am alex und kehrten am abend im zünftigen brauhaus mitte ein, von wo wir später noch eine kleine kneipentour starteten. nach ein paar stunden und einigen litern bier mehr suchten wir vergnügt die wohnung auf und legten uns zur verdienten nachtruhe. so fühlt sich der schlaf der gerechten an.

so, ich genieße jetzt noch meinen freien tag, bevor ich morgen in den wochenenddienst starte.

grüße aus friedelshain

philip

p.s.: herzliche glückwunsche zum 20. an vanessa! und probiert mal kleine tricks im alltag aus

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