wie komm ich nur auf dieses thema? schwierige frage. ich weiß auch nicht wie ich die sachlage genau erklären soll, aber mir stöbern seit einiger zeit so ein paar gedanken durch den kopf. unter anderem: wie wird unsere (meine) generation in 20 jahren leben?  wogegen sollen wir als jugendliche und junge erwachsene rebellieren, in einem demokratischen sozialstaat, der zu den reichsten der welt gehört? gegen unsere eltern? sind nicht alle tabus schon gebrochen worden, liegen die emanzipation und sexuelle freiheit der 68er nicht lange hinter uns?

gerade unsere eltern wurden tolerant wie kaum eine andere generation erzogen und sind  selbst relativ 🙂 tolerant, sind sie doch kinder des weltwirtschaftswunders, kinder des rock’n’roll und des woodstock-feelings. folgerichtig müssten wir wiederum als unser eltern kinder gegen deren rebellentum rebellieren. Dass sogar unsere großeltern unverkrampfter als wir heute waren zeigt ein bekannter werbespot:

http://www.youtube.com/watch?v=wKJHzzmP0ok

rein theoretisch müsste sich unsere generation wieder hin zu einer rein bürgerlichen gesellschaft entwickeln. (hier sind kommentare erwünscht 😉 werden wir später mit drei kindern und braver ehefrau im wohnzimmer in einem englischen ohrensessel sitzen, die „frankfurter allgemeine“ lesen, eine pfeife rauchen und nur noch schwarz wählen?

2005 waren 201 700 Ehescheidungen registriert worden. Damit wurden 2006 von 1 000 bestehenden Ehen zehn geschieden, 1992 waren es sieben und in den Jahren 2002 bis 2005 elf Ehen gewesen.“ (Quelle:  Statistisches Bundesamt)

in unserer generation wimmelt es vor alleinerziehenden müttern und scheidungskindern, gibt es als gegenbewegung also in zukunft wieder intaktere familien?

die heutigen rebellen, wie punks, emos und heavy-metal-freaks, sind auch nur ein abklatsch der 70er und 80er jahre. noch heute tragen 13jährige plakativ ramones- und sexpistol-t-shirts, die auch schon ihre väter hätten tragen können. das ist doch alles nur ein einizger klebriger kitschklumpen! das „dagegensein“ hat längst seinen platz in der gesellschaft gefunden, gehört zum guten ton, genau wie das entschuldigen nach einem nieser vor 20 jahren noch nicht im knigge stand und heute schon. rebbellgruppen werden von der werbe-, mode- und musikindustrie kommerziell ausgesaugt. manche firmen werben heute sogar schon mit graffittis, was die berliner streetart-szene ernsthaft gefährdet. (siehe aktuellen spiegel) welche dieser gruppen rüttelt schon an den grundfesten,  ist kreativ und politisch wirklich aktiv?

was passiert, wenn wir auf einmal 30 sind und nichts hatten wogegen wir uns auflehnen konnten? wir haben dann keine eigenen ideen entwickelt, außer die, wieder ganz konservativ zu werden 😀 oder doch nicht? oder was? ich frag zuviel… wird das familienleben dann so wie in thomas manns frühen romanen? kann passieren. aber eigentlich hatten die es in woodstock ziemlich cool, wie der typ mit den armen:

bis denne

philip

p.s.: nicht immer alles ernst nehmen

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