Werner von Siemens

Werner von Siemens

Heute vor 192 Jahren, am 13.12.1816 wurde in Lenthe bei Hannover Werner Siemens geboren. Siemens gilt als der Begründer der Elektrotechnik, und ist somit unter anderem dafür vernatwortlich, dass ich in wenigen Jahren eine Menge Geld verdienen wird. Dafür hat er sich einen kleinen schwärmerischen Artikel auf diesem vielgelesenen, überregional bekannten Blog verdient. Ich möchte hiermit zugleich eine neue Kategorie einführen, in der ich von Zeit zu Zeit oder aus gegebenen Anlässen versuchen werde, möglichst kurzweilige Lebensläufe und Anekdoten von Personen zu veröffentlichen, die mich persönlich besonders beeindruckt haben. Meine Mitautoren lade ich zu reger Beteiligung ein.

Siemens verbrachte seine Jugend in der Hansestadt Lübeck und besuchte dort nach einigen Jahren Hausunterricht das Katherineum, dass er jedoch 1834 ohne Abschluss verließ. 1835 trat Siemens in ein Artilleriebataillon der Preussischen Armee ein, anchdem er vom Ingenieurskorps in Berlin abegelehnt wurde. Als Offiziersanwärter besuchte er die Berliner Artillerie- und Ingenieursschule.

Als ältester Sohn hatte Siemens nach dem Tod seiner Eltern 1839 bzw. 1840 für seine Geschwister zu sorgen. Daher verdiente er sich während seiner Zeit beim Militär (bis 1849) mit Erfindungen zusätzlich Geld. So entwickelte er – während er Festungshaft für die Teilnahme an einem Duell (als Sekundant) absaß – ein Verfahren zur elektrischen Galvanisierung. So konnte auf leitenden Metallen eine dünne Schicht eines anderen Metalls, z.B. Gold oder Silber aufgebracht werden. Sein 18-jähriger Bruder konnte das Patent erfolgreich in England vermarkten, es wurde zur vergoldung von Besteck eingesetzt.
Weiteren Erfolg hatte Siemens bei der Isolierung elektrischer Drähte. (Zu damaligen Zeiten war dieses ein sehr großes Problem: Joseph Henry musste die Drähte der Spule des von ihm erfundenen Elektromagneten zur Isolierung mühevoll mit einem Seidenfaden umwickeln, den er gewann, indem er das Hochzeitskleid seiner Frau auftrennte!) Siemens isolierte seine Drähte mit dem kautschukartigen Material Guttapercha.

Mit dem Mechaniker Johann Georg Halske gründete Siemens noch während seiner Zeit als Offizier die Telegraphenbau-Anstalt von Siemens & Halske. (Das Startkapital stellte – gegen eine Gewinnbeteiligung – einer der Gründer der deutschen Bank: Sein Vetter Georg Siemens). Die Firma konstruierte z.B. die Telegraphenleitung von Frankfurt a.M. (wo die Nationalversammlung tagte) in die Hauptstadt Berlin. Weitere Aufträge aus Russland folgten, und Siemens beauftragte seinen Bruder Carl mit der Gründung einer Zweigstelle in St. Petersburg. Sein Bruder Wilhelm leitete ebenfalls eine Zweigstelle in London.

An seinem 50. Geburtstag im Jahr 1866 (heuto vor 142 Jahren) präsentierte Siemens seinen Freunden in seiner Stammkneipe eine weitere Erfindung: Einen Generator, der statt den schnell demagnetisierenden Festmagneten Elektromagnete benutzte, und einen Teil des erzeugten Stroms zur aufrechterhaltung des Magnetfelds benutzte: Den Dynamo.

1870 ging die über 11.000km lange, erste Indo-Europäische Telegrafenlinie London-Kalkutta in Betrieb. 1881 folgte die erste elektrische Straßenbahn in Lichterfelde.

1888 wurde Siemens in den Adelsstand erhoben, nachdem schon im Jahr 1883 sein Bruder Wilhelm in Großbrittanien in den Ritterstand erhoben und als Sir William Siemens bekannt wurde).

Siemens hinterließ namentliche Spuren natürlich in Form des nach ihm benannten Unternehmens und in Form der nach ihm benannten SI-Einheit für Leitwerte und Admittanzen (1 S (Siemens) = 1/Ω (Ohm)  – es sei angemerkt, dass im anglikanischen Raum interessanterweise auch die Einheit Mho (=Ohm rückwärts) mit dem Formelzeichen eines umgekehrten Ω auftaucht). Auch seine wohl bedeutendste Erfindung wurde nach ihm benannt: Der Siemens-Luftanker.

Siemens war außerdem beteiligt an der Gründung des Vereins Deutscher Elektrotechniker (VDE, achtet mal auf das dreieckige Symbol auf Steckern und Steckdosen)  und der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB, damals Physikalisch-Technische Reichsanstalt), in deren Kuratorium (neben meinem LEN-Prof auch) Peter von Siemens, Mitglied des Aufsichtsrates der Siemens AG. (Anm.: Zur PTB wird zu gegebener Zeit ein kurzer Artikel folgen, da sie uns beschert hat, dass wir Silvester die „1“ im Countdown zweimal werden zählen müssen.) 1874 wurde er in die Preußische Akademie der Wissenschaften aufgenommen.

Als Liberaler war Siemens in den Jahren 1863 bis 1866 Mitglied des Preußischen Abgeordnetenhauses.

Siemens starb am 6. Dezember 1892 in Berlin an einer Lungenentzündung.
(ähs teiiiimm gooos baaaiih… 😉 )

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