Liebe Leserinnen und Leser, es gibt noch eine Neuerung dieses Blog betreffend zu verkünden. Wir wussten es ja schon immer, aber jetzt hat auch der Gesetzgeber nachgezogen. Heise berichtet:

Mit Veröffentlichung im Bundesgesetzblatt im Oktober 2008 ist im Rahmen der „Verordnung über die Pflichtablieferung von Medienwerken an die Deutsche Nationalbibliothek“ festgeschrieben, dass […] auch „unkörperliche Medienwerke“ – also Publikationen im Internet – als erhaltenswertes deutsches Kulturerbe gesammelt und dauerhaft aufbewahrt werden sollen.

Natürlich sind wir ein wenig stolz auf auf unsere plötzliche Auszeichnung als „erhaltenswertes deutsches Kulturerbe“, aber mal ehrlich: Irgendwie haben wir’s doch auch erwartet.

Als Autoren „erhaltenswerten deutschen Kulturerbes“ und zugleich pflichtbewusste und stolze Bürger der Bundesrepublik Deutschland werden wir natürlich unserer Ablieferungspflicht bei der Deutschewn Nationalbibliothek nachkommen. Auch möchten wir hier ein wenig Pionierarbeit für andere deutsche Blogger leisten. Kurz zur allgemeinen Information, Wikipedia weiß über die DNB folgendes:

Die Deutsche Nationalbibliothek (DNB) […] ist die zentrale Archivbibliothek und das nationalbibliografische Zentrum Deutschlands. Sie erfüllt die Aufgaben einer Nationalbibliothek ab Erscheinungsjahr 1913 und ist zugleich die größte deutsche Universalbibliothek.

Nun denn, frisch ans Werk und auf zur Ablieferung unserer schützenswerten Texte. Das geht ganz einfach online nach kurzer Registrierung auf der Website der DNB.

Anschließend schnell auf den Link geklickt, der eine Freischaltung für „Ablieferung von Netzpublikationen“ verspricht. Doch da lauert schon die erste Hürde: Im ersten Feld des erscheinenden Formulars ist einzutregn: „(Haupt)Sitz des Verlags, der verlegenden Stelle oder des Vertriebs“. Doch hier darf sich der Pflichtbewusste deutsche (Privat-)Blogger auf keinen Fall abschrecken lasse, ein Klick auf das winzige „?“ in der oberen Ecke verrät:

Bitte geben Sie die Adressdaten Ihrer Organisation in möglichst vollständiger Form an. Bitte beachten Sie bei der Eingabe, dass im Feld „Name und ggf. c/o“ weder Zeilenumbrüche noch Sonderzeichen eingegeben werden dürfen.

aber glücklicherweise auch:

Als Selbstverleger geben Sie im Feld „Name und ggf. c/o“ bitte Ihren persönlichen Namen an.

Also kann es doch weitergehen. Schnell noch den Titel (stud. el., mit stolz geführt) ergänzt, Telefonnummer nachgetragen und auf weiter geklickt.

Weiter geht es in der tat, und zwar mit Angaben zur Ablieferung. Hier hilft das kleine Fragezeichen in der Ecke leider nicht bei den vielfältigen Auswahlmöglichkeiten, bei einem Klick darauf zeigt der Bildchirm ein großes „404 File not found“. Naja, wir lassen uns nicht vom Wege abbringen und kreuzen – mangels Verlagsaddresse – an: „Wir liefern selbst ab.“ – und würden gerne noch ein „mit Vergnügen“ hinzufügen.

Weiter gehts: „Vergabe von URNs“. Oha, die Mitarbeiter der DNB haben sich tatsächlich gedanken gemacht, die technischen Sachverstand erfordern. Denn, was bedeutet das?

Alle Netzpublikationen, die in der Deutschen Nationalbibliothek archiviert werden, benötigen einen URN (Uniform Resource Name), um sie auf Dauer und unabhängig vom Ort der Speicherung eindeutig identifizieren und adressieren zu können.

Damit konnte natürlich niemand rechnen, zuallerletzt WordPress, dessen Blogs wohl nicht für die Ewigkeit gedacht sind. Also angekreuzt: „Wir werden keine URNs vergeben“, Homepage-Adresse angegeben und „Weiter“ angeklickt.

Nach Kontrolle der Daten auf Senden geklickt, und das Ergebnis:

Ihre Daten wurden an die Deutsche Nationalbibliothek übermittelt. Sie werden per E-Mail benachrichtigt, sobald Ihr Konto freigeschaltet wurde.

Nun denn, liebe Leserinnen, Leser und Blogger-Kollegen, wir werden euch auf dem Laufenden halten und melden uns wieder nach Erhalt der Mail.

Bis dahin: Einen schönen Tag aus der (jetzt offiziell als solche gemeldeten) allzutaegliches-Redaktion.

Nachtrag: Die Antwort gibt es hier.

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