Bei der Lektüre diese Artikels vom Tagesspiegel stolperte ich über folgenden Satz:

Die Türkei sei nun einmal „das zweitmächtigste Nato-Mitglied“, sagte der Regierungschef zufrieden.

Im ersten Moment dachte ich an politische Angeberei, aber dann wurde mir klar, dass das durchaus plausibel war – ich hatte nur nie im Leben damit gerechnet.

Also habe ich das ganze mal überprüft: Bei „Macht“ im Kontext der NATO geht es natürlich um Militärmacht. Hier also mal ein paar vergleichende Zahlen:

1. Anzahld der aktiven Soldaten:

(Weltspitzenreiter: China mit 2.300.000)

In der Nato:
1. USA mit 1.332.300 (weltweit 2.)
2. Türkei mit 511.000 (weltweit 8.) (tatsächlich!)
3. Frankreich mit 356.752 (weltweit 12.)
4. Deutschland mit 247.712 (weltweit 20.)

2. Militärbudget in US-$

1. USA mit $583.280.000.000 (auch Weltspitzenreiter)
2. Frankreich mit $72.974.000.000 (weltweit 3. nach Russland)
3. Großbritannien mit $67.667.000.000 (weltweit 5. nach China)
4. Deutschland mit $46.120.000.000 (weltweit 6.)

8. Türkei mit $11.000.000.000 (weltweit 17.)

Quelle der Zahlen: Wikipedia; zu beachten:

Die Höhe des Verteidigungshaushalts ist als Richtwert zu verstehen, da häufig Gelder aus anderen Etats dem Verteidigungshaushalt indirekt zufließen. […] Zudem ist beim direkten Vergleich von Etats zu beachten, ob unterschiedliche Wehrformen (Berufsarmee – Wehrpflichtarmee) oder rüstungstechnische Besonderheiten (Nuklearmacht, überproportional große See- oder Luftstreitkräfte) vorliegen, die eine Vergleichbarkeit aufgrund völlig verschiedenem Finanzbedarfs wesentlich einschränken.

(In diesem Falle sollten rüstungstechnische Besonderheiten nciht „herausgerechnet“ werden – um diese Besonderheiten gegenüber reiner Soldatenmacht geht’s ja 😉 )

Fazit:

Nicht erst seit Civilization wissen wir: Klasse statt Masse; bis die Türkei tatsächlich das zweitmächtigste NATO-Mitglied ist, wird noch viel Zeit vergehen. Anhand des Militärbudgets kann man, denke ich, recht gut ablesen, dass viele andere Mitgliedsstaaten bei Ausrüstung, Fahrzeugen und Ausbildung überlegen sind.

Das führt mich wieder zurück zum Artikel: Die anderen NATO-Mitglieder hätten nicht nachgeben dürfen, eine Entschuldigung für die Mohammed-Karikaturen ist in Zeiten der Pressefreiheit echt nicht mehr angebracht.

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