heute:  ich glaub ich steh‘ im zoo – die genrelandschaft der musik

musik-mobile-zoo

„guck mal mama! dahinten ist der rockerkäfig! und dort das freejazz-gehege! ohnein! die metalaffen treiben es heute aber wieder bunt, dabei sind sie uns menschen doch so ählich… die gemeinen hüpfenden technofreaks sind aber auch heute wieder nervös…“ „komm jetzt kind, wir wollen noch zur hauptattraktion der volksmusik, der silbereisen balanciert da einen ball auf der nase…“

als aktiver musiker, der auch mal über den tellerrand schaut und nicht nur seine drei punkakkorde auf der gitarre schrammelt, sondern auch versucht, sich eingehender mit dem kern der musik zu beschäftigen, stelle ich mir schon seit längerer zeit die frage, was für möglichkeiten die zeitgenössische musik hat, sich weiterzuentwickeln.

die frage , die ich mir oft stelle, ist simpel: gibt es nicht schon alles? vorraussetzung zur beantwortung dieser frage ist die klassifizierbarkeit der musik, die auf mehrere arten möglich ist. die strenge unterteilung nach E- (klassische musik) und U-musik (populäre musik, volksmusik, eigentlich auch jazz, aber die übergänge sind fließend) bietet sich für meine betrachtung nicht an, auch die chronologishce unterteilung nach epochen ist sicherlich nicht sehr hilfreich. am besten zeige ich euch einen kleinen überblick über die stilrichtungen der musik, also ihrer genres: alle stile aufzuzählen und zu bewerten würde den artikel sprengen, deswegen greife ich etwas vor.

die musik der einzelnen völker, ethinien und sprachen allein ist schon sehr vielfältig, darunter fällt zum beispiel lateinamerikanische und afrikanische musik, musik der kelten genauso wie der berber, alpenländische und esperanto musik ebenfalls. auch die religionen der welt haben ihre eigene musiken hervorgebracht, nicht zuletzt der klezmer der juden ist bei uns beliebt, jeden sonntag kann man in unseren kirchen abendländischer kirchenmusik lauschen und aus dem dönerladen in neukölln schallt vielleicht arabisch geprägte musik. diese verschiedenen genres eignen sich nicht gut für meine fragestellung nach der erweiterbarkeit der musik, da sie sich zum teil auf jahrhunderte alte traditionen begründen und nur wenig verändert werden. interessanter als ethnische musik oder die klassischen epochen westlicher musik (musik des mittelalters, renaissance, Barock, Rokoko – vorklassik, wiener klassik, Romantik, impressionismus etc.) sind für mich die zeitgenössischen genres der E-Musik (ernsten Musik). da gibt es unter anderem die zwölftonmusik, die serielle musik (auf mathematischen reihen und proportionen aufbauend) und die minimal music als vertreter der postmodernen musik. doch mal ehrlich, wer außer komplett abgedrehte freaks hört sowas? 😉

nicht minder umfangreich sind die stilrichtungen der U-Musik (Unterhaltunsmusik), was auch daran liegt, dass neue bands mit ihrem debütalbum schnell mal ein neues genre gründen, dass dann so ähnlich wie „scandinavianmelodicdeathmetaleletrocore“ heißen kann. meiner meinung nach reichen drei bezeichungen vollkommen aus: pop, rock und jazz – damit ist alles gesagt. leider wird das zweigwerk der pop-rock-genres immer dichter, sodass der geneigte hörer sich über bezeichnungen wie „Neue deutsche Todeskunst, Future-Pop, Ghetto-Tech, Tribal House, Dark Ambient, Shoegazing und Grindcore“ wundern muss. Ein vergleichbar harmloses, aber nicht minder verwirrendes genre ist da noch der „Crossover“. ganz ehrlich: wir sind doch nicht im zoo!!! ist nicht die gründung eines neuen genres nur die vermischung von alten elementen und nur die veränderung von klanglichen strukturen? wird wirklich etwas neues geschaffen? muss nicht vielleicht ein komplettes umdenken in der musik geschehen, um im 21. jahrhundert eine neue musik zu etablieren, die der vielfältigkeit und qualität der musik der letzten jahrhunderte würdig ist?

hier poste ich eine kleine gliederung für die nächsten artikel. eigentlcih wollte ich alles in einem artikel abarbeiten, aber es wird einfach zu viel:

  • Vol.2 rückbesinnung auf alte musikstile, deren wiederentdeckung und einbindung, vintage wahn, romantische verklärung der rocknroll und hippieära (kid rock, 60er blueshype, 80er synthiestil, wiederentdeckung des soul, alicia keys etc.)
  • Vol. 3 tonale ausflüchte (metal: slipknot, komplexität: dream theater?)
  • Vol. 4 abgleiten ins extreme (excitium, free jazz bitches brew, frank zappa, downtunings, immer höherer kammerton in der klassik)
  • Vol.5 weniger ist mehr – minimal music, die gefahr der maschinenmusik?
  • Vol. 6 was hört du? eigentlich alles… wiederholungen im songwriting bezüglich der harmonik und des klanges (gary moore, c am f g, am f c g)
  • Vol. 7 belanglosigkeit macht sich breit, kunst als industriezweig, dsds, sind wir soweit, dass wir das zusammenwürfeln von klischees als musikalische qualität einschätzen?, zwanghaftes vergleichen, einordnen in genres, stile

euer Philip

Advertisements