von Philalex89

Montag, den 6. Juli

Die Nacht war dunkel, stürmisch und regnerisch. Damit hatte sich unser Plan vom kurzen Wanderurlaub schlagartig verflüchtigt und wir sehnten uns nach einem trockenen, heißen Italien deren relative Luftfeuchte gering genug wäre, unsere Zeltplanen schnell zu trocken. Diese Möglichkeit ergab sich abends in der luxuriösen Bozener Jugenherberge, deren Badezimmer gerade für das Zelt ausreichte. Wir waren in italien angekommen! Doch es war weniger ein „Benvenuti in Alto Adige!“ als ein „Willkommen in Südtirol!“ Von italienischer Lebensart zeugten nur einige Palmen, die hektischen Carabinieri und knatternde Vesperflotten.

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Eingrahmt von den Ötztaler Alpen (Wildspitze 3768m) und den Dolomiten (Marmolada 3343m) liegt Bozen in der Flußgabelung der Eisack und der Etsch, die man aus dem Deutschlandlied von Hoffmann von Fallersleben kennt („Von der Maas bis an die Memel, Von der Etsch bis an den Belt“). Eine wundervolle Gewitterstimmung äußerte sich in wildem, zerissenem Wolkenspiel und einem phantastischen Ausblick auf die steilen Gipfel des „Rosengartens“. Wir durchstreiften die kleine hübsche Altstadt, erklommen einen schmalenPfad, um von einer höher gelegenen Kapelle (das engagierte Graffiti „Vive la morte prematura“ an der Kirchmauer, was soviel heißt wie „Es lebe die Abtreibung“, stand im krassen Widerspruch zur sonst beschaulich-katholischen Idylle)Bolzano überblicken zu können und gönnten uns dann wohlverdiente Ruhe auf echten Matratzen. Morgen fahren wir ins „richtige“ Italien! Verona wir kommen!

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