Mit aktuellem Anlass: Stefan Niggemeier vs. Frédéric Valin (Spreeblick)

Ich habe wenig Lust meine Auffassung zu Formulieren und mit Studien zu belegen, wie es hier beide Seiten tun.¹

Ein Aspekt sei dem kritischen Leser hervorgehoben:

Niggemeier empfiehlt:

Beschreibe den Suizidenten, die Methode, den Ort, die Lebensverhältnisse und die Gründe so abstrakt, dass sie kein Anschauungsmaterial mehr enthalten, das einer möglichen Identifikation und Enthemmung Vorschub leisten könnte (nach W. Ziegler und U. Hegerl, 2002).

Ich möchte den Versuch nicht wagen, eine Adäquate Schlagzeile, geschweige denn einen Artikel zum aktuellen Fall zu entwerfen. Alternativ auf eine Berichterstattung zu verzichten bietet sich nicht an. Der Verzicht auf detaillierte Darstellungen und Analysen hat zwangsläufig den Verzicht auf Informationsfreiheit zur Folge.
Gedanke: Was passiert in Zeiten des Internets und der Blogsphäre, wenn Medien über ein Ereignis nicht oder in ungenügender Form berichten? (Die Bild-Zeitung hat die Zeichen der Zeit in diesem Zsh. m.W. als erstes Printmedium erkannt.)
Weiter zu überlegende Aspekte sind klar: Kriminalisierung unangemessener² Berichterstattung, Aufgabe der Informationsfreiheit,

Anderer Aspekt: Was zählen „ungezählte wissenschaftliche Studien“ [Zitat S. Niggemeier] in einer Diskussion, wenn ebensolche auch von der Gegenseite ins Feld geführt werden können und geführt werden? Ist eine weitere Iteration durch (qualifizierte) Analyse und Überprüfung der Quellen nötig und/oder realisierbar?

Kommentare erbeten.

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¹ Ein Vergleich des Qualitätsstandards von Blogs und Printmedien bietet sich an.
² Quis custodiet ipsos custodes?

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