Category: Gehört


Es hat sich wieder einiges aufgestaut. Wenn der aufmerksame Beobachter täglich durch die Weiten des WWW und sonstiger medialen Massenabfertigung rauscht, fallen ihm  immer wieder zotige Schoten auf, die ich euch natürlich nicht vorenthalten will.

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Krabat

Die meisten von euch werden schon einmal von „Krabat“ gehört haben – ursprünglich eine Sage, die von Otfried Preußler in einem Roman verarbeitet worden ist.

Es geht dabei um den Betteljungen Krabat, der als Lehrling in einer Mühle unterschlupf findet. Schnell wird jedoch klar, dass der Meister der Mühle längst nicht nur Müller, sondern auch Schwarzer Magier ist, an den Krabat und die anderen 11 Müllergesellen gebunden sind.

Diese bekannte Geschichte ist vor kurzem nun auch noch verfilmt worden – nicht zum besten, wie ich finde. Ich muss dazu sagen, dass ich das Buch nie zur Gänze gelesen habe – mir ist die Geschichte hauptsächlich aus dem Krabat Liederzyklus von ASP bekannt. Und um eben diesen geht es mir bei diesem Artikel. Das im August 2008 erschienene Doppelalbum erzählt die Geschichte um Krabat in Balladen, und ist meiner bescheidenen Meinung nach ein absolutes Meisterwerk. Nach dem nur schleppenden ersten Track, dem Intro „Betteljunge“, war ich schon kurz davor, die CD vorzeitig abzubrechen – ich tat es nicht, und wurde belohnt. Gleich im 2. Lied, „Krabat“, zieht die Geschichte mit einem auch musikalisch sehr gelungen Track deutlich an – und lässt dann kaum noch nach.

Ich möchte euch den Zyklus hiermit ausdrücklich ans Herz legen – nehmt euch die Zeit, lasst euch darauf ein, und lasst euch die Geschichte von Krabat erzählen.

Hier ist der Zyklus als Playlist auf YouTube – darunter leidet zum Teil natürlich leider auch die Qualität.

EDIT: Link zu YouTube war falsch, jetzt korrigiert!

Beobachtungen

von Philalex89

Ein Hund liegt mit Sonnenbrille und Käppi im Ubahnschacht, vor ihm ein alter Starbucks-Pappbecher, und bettelt mit Hundeaugen für sein Herrchen, der ein paar Meter weiter versucht alte Bahntickets wieder zu verkaufen;

eine Gruppe Punks kettet mit Handschellen willkürlich (?) einen Passanten an einen Fahrradständer;

im dämmrigen Park vor dem Fernsehturm zünden sich im nass-kalten Nieselregen zwei junge Männer eine Haschpfeife an;

ein Obdachloser mit rot aufgedunsenem Gesicht will sich im Eingangsbereich eines Supermarktes aufwärmen, wird von einem ihn duzenden Sicherheitsmann „überredet“ hinauszugehen, um seine Nacht bei sechs Grad Außentemperatur im Freien zu verbringen;

eine Sinti-und-Roma-Mutter geht mit ihren Kindern auf der Straße auf Menschen zu, ob sie Englisch sprechen würden, versucht per Pappschildchen auf ihre Armut aufmerksam zu machen und kauft schließlich bei McDonalds mehrere Maxi Menues;

ein stiernackiger, narbiger Mann mit hochgeklapptem Kragen und Baseballmütze sitzt in der Ubahn, wippt hin und her, schaut nervös und verängstigt seine Sitznachbarn an und stiert schließlich nur noch wippend auf den Boden;

500-600 Stundenten besetzen friedlich das Audimax, während eine Hundertschaft der Polizei das Gebäude umstellt und die Unileitung nicht für Gespräche offen ist;

ein 19-jähriger steht zehn Stunden am Tag auf dem Alexanderplatz und versucht Passanten anzuhalten und davon zu überzeugen, den „WWF“ zu unterstützen, oft vergeblich, da sie (die Passanten) schon von der „Berliner Morgenpost“, „Amnesty International“ und „Aktion Tier“ angesprochen wurden;

15 Punks sitzen um zwei Kisten Sternburger Bier, zwei von ihnen betteln Passanten mit Pappbechern an;

von einem Tag auf den anderen sind alle Uniwanduhren fünf Minuten vorgestellt, so scheint es;

jeder Mülleimer wird per Hand nach Leergut untersucht;

ein Drittel der Berliner Raucher raucht angeblich „Ling“-Zigarretten, käuflich in Ubahnstationen zu erwerben;

ein aufgeregter Tourist photographiert den Fernsehturm im Nebel;

alles wahr, gesehen, gehört, beobachtet auf den Straßen Berlins.

 

 

Hurricane 2009

von nec

Viiiel zu spät möchte ich an dieser Stelle doch auch endlich noch ein paar Worte zum Hurricane 2009 verlieren. Ich werde mich dabei rein auf die Bands beschränken, eventuelle Nebenbeschäftigungen lass ich einfach mal wegfallen 😉 Weiterlesen

Linksammlung #4

Tätä. Teil vier. Hat diesmal etwas länger gedauert, was zum ersten mit nem zeitweiligen Zeitmangel zusammenhing, und zum zweiten mit dem letzten von mir verfassten Artikel. Aber bevor mein Linkordner gänzlich explodiert, überschütte ich euch doch lieber wieder mit einer diesmal etwas längeren Liste. Viel Spaß beim angucken, sofern sich jemand durch alles durchkämpft 😉 Wobei natürlich jeder Link seinen Klick wert ist. Sonst stünde er ja nicht hier, nicht wahr?

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Schnitt: mit offener Klappe

Der Schnitt der Schere sollte doch das einzige sein, was an akustischen Reizen, dem werten Kunden während eines Friseurbesuchs ans Ohr dringt.
Doch weit gefehlt, ähnlich einem Kabarettkünstler während seines Abendprogrammes, sieht sich der Schneidene, obwohl häuftiger und grade insbesondere, die Schneidene zur Alleinunterhaltung verpflichet.
Mögen die ersten 2 Minuten des Kürzungsvorganges in Stille vergangen sein und der zu Richtende schon, sich in Sicherheit wiegend, die Augen geschlossen haben, so kommt es doch unvermeidlich zur Konversation.
Oft ist es nur eine sich harmlos tarnende Fangfrage wie “Schon so früh auf den Beinen?” oder “Wahren sie schon auf dem Weihnachtsmarkt?” die ein stasi ähnliches Verhör nach sich zieht.
Bemerkenswert, ist hierbei die zwanghaft ungezwungene Neugierde, als auch das bemerkenswerte Gedächtnis der Haarhandwerkerin, welches ihr ermöglicht, beim nächsten Friseurgang, Wochen später, die Fragekette lückenlos fortzusetzten.
Die Flucht des zu Frisierenden aus dieser verbalen Folter ist unmöglich, selbst an sich eindeutig scheinende Antworten wie “Ich bin sehr müde heute”, oder “Ja, ich bin erköltet und heiser und kann nicht gut sprechen” führen nicht zum Stillstand des Gepräches sondern werden als Gegenstand von diesem dankbar aufgegriffen: “Was haben sie denn gestern Abend gemacht?” oder “Ja bei diesem Wetter kein Wunder, waren sie schon beim Arzt?”
Ein anderer Friseurtyp ist der Erzähler. Er nutzt die aus seinen Augen unendlich reichhaltige Alltagswelt um ihre Haustiere, Urlaube oder Beziehungen zum Gesprächsthema zu machen. Geschickt hält er während seiner Ausführungen Details oder Unklarheiten so offensiv zurück , dass es dem Kunden unhöflich erscheinen muss diese nicht als Frage zu äußern.
Nun fühlt sich die Angestellte vollends bestätigt, und vergisst ihre eigentliche Aufgabe, wenn sie ihre filigranen Hände nun zur gestischen Untermauerung benutzt und über den Spiegel Augenkontakt zum Opfer aufzunehmen beginnt.
Es stellt sich die Frage, wieso gerade in diesem Beruf das Kommunikationsbedürfnis so hoch ist. Die Mitteilsamkeit schießt bei weitem über das Mindestmaß an Höflichkeit hinaus; vielleicht liegt es aber auch am Arbeitsvorgang selber.
Dem Menschen etwas Natur eigenes zu nehmen, ihn zu entblößen, ihn ohne seine direkte Kontrolle aktiv äußerlich zu verändern, mag der sensiblen Friseusin soweit zusetzten, dass sie ihre Beklemmung versucht über die Unterhaltung zu lösen.
Vielleicht möchte sie aber auch nur dem Kunden das Gefühl der Vertrautheit geben, schließlich greift sie als Fremde mit ihrer Nähe zum Körper des Anderen in dessen Intimsphäre ein und möchte durch das Gespräch auch auf der emotionalen Ebene einen persönlicheren Kontakt aufbauen um damit schließlich die Berührungen zu legitimieren.
Der dritte, einfachste, und auch schlüssigste Ansatz ist, dass fast alle Frauen in jedem Berufsfeld so mittteilunbgsbedürftig, oder wenigstens so neugierig und kommunikativ sind, man ihnen aber wirklich nur beim Friseur so ausgesetzt ist. Die Frau domiert in diesem Berufsfeld und ist gleichzeitig, dem, der die Dienstleistung in Anspruch nimmt überlegen. Nicht nur aufgrund der Körperhaltung- Der Kunde sitzt, die Friseusin steht hinter ihm- sondern auch weil er, auf ein gewünschtes Ergebnis hoffend, sich vertrauend in die Hände der Friseusin begibt, und es nicht wagen kann ihr zu engegenen, dass er die Stille gerne genossen hätte, ohne ein im warsten Sinne des Wortes ein einschneidendes Ergebnis zu riskieren. Mit Tätowiererinnen, im Nagelstudio oder bei der Massage mögen die Erfahrungen ähnlich sein, ich selber habe sie noch nicht gemacht.

EILMELDUNG

Wie einer unserer Autoren aus Insiderkreisen erfahren hat, steht McDonald’s, aufgrund der Weltwirtschaftskrise, kurz vor der Insolvenz. So wird die Preisermäßigung beim Chickenburger als eindeutiges Zeichen interpretiert, dass McDonald’s mit der Bundesregierung über eine Verstaatlichung verhandelt. Die Preissenkung, soll dabei als Annäherung dienen und eine geplante Steuersenkung und die damit verbundene Entlastung der Bürger ersetzen. Für heute 13 Uhr ist eine Pressekonferenzt von Peer Steinbrück und Ralph Alvarez (President & CEO von McDonald’s) angekündigt worden. Es wird erwartet, dass sowohl der oben genannte Vorgang, als auch eine Erweiterung des Geschäftsmodells bekannt gegeben werden. In Einheit zu dem Gesundheitsprogramm der Bundesregierung werden Bei McDonals’d zukünftig auch Bio Produkte wie Haferflocken zu erwerben sein.

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