Category: Lyrik/Polemik


Ein kleiner Mann aus Beirut
fand die Hitze dort nicht gut,
Drum nahm er sein‘ Hut als Gepäck
und zog weg.

Nun wohnt er bei Ruth in Neuköln,
und wünschte sich lieber ’nen Helm
als Schutz vor den Nazigesellen.

Jetzt will er zurück in den Libanon,
denn die Prügel da, kennt er schon.

Und so denkt er voller Wonne,
in seiner Tonne bei Ruth
an die Sonne in Beirut.

Gedacht, getan und Wochen später,
ist er zurück- als Attentäter.

Das Krankenhaus

Menschen kommen in ein Krankenhaus,

Wenn ihnen einer sagt: Mensch, du siehst krank aus!

Ehe der Kreislauf versagt, fragen sie verzagt:

Wo ist der Rettungswagen?

Mich verlangt nach Bahren und Tragen.

Gerufen die 112, der Notarzt kommt vorbei

Wir bringen sie in die Rettungsstelle

Notaufnahme oder Ambulanz

Ganz schön schnelle

Oder ist ihnen lieber ein Homöopath?

Der hilft ganz akkurat

Mit Kräutern und gemahlnen Rattenschwanz

Gesagt, getan, Esoterik ist in Mode

Zwei tage vergangen

Da hilft nur noch der Pathologe

mein_kreuz2

Islamisten bereiten Angriff auf Piraten vor

karikatur1

super, so muss es laufen! endlich bekämpfen sich die schurken gegenseitig und die gute westliche welt kann sich zurücklehnen. bleibt nur noch zu hoffen, dass am ende keiner mehr von beiden übrig bleibt…

http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,592118,00.html

als nächstes müsste nordkorea am besten den iran angreifen, aber ich glaube der kim schlürft lieber seine französischen austern und den importierten cognac. vielleicht können die russen nachhelfen, indem sie den nordkoreanischen import blockieren, was aber aber bestimmt die chinesen herauslocken würde, weil sie sich wundern würden was in in ihren gewässern so abgeht – und, bumm, große seeschlacht und alle bösen sind weg. hmm, ob das so einfach geht?

grüße

philip

Zum ewigen Lernen

Zum ewigen Lernen

Überall ist es zu hören:
Hört zu, hört zu, spitz eure Ohren,
saugt es auf und macht was draus
lernt! paukt! verbissen und versessen,
bloß nichts vergessen!

Wissen ist Macht,
und Macht das Ziel,
drum lernt fleißig und viel.

Denkt nicht ans Leben, an Familie und Kind,
feuert euch an,
nehmt euch hart dran,
habt Angst, dass die anderen besser sind!

Als Zweiter in dem Lebensgeschäft,
lohnt es zu Leben nicht recht,
denn ein kleineres als des Nachbars Haus,
sieht im Vergleich beschämend aus.

Eingesperrt im ewigen Streben,
von Leistung und Verträgen.
Ein richtiges Leben ist das nicht,
es geht nur um das bessere Ich.

Es ist der Wille nach Macht,
der euch Karriereköpfe
für diesen Kampf gefügig macht
und wehe man erschöpfe.

Wenn dann eure Köpfe rauchen
die Haare auch sodann ergrauen,
zuletzt dann auf dem Totenbett,
erschöpf und ausgelaugt-
wisst ihr: euer Leben war ein Lernprozess,
so hat es nichts getaugt!

Arm und Reich

Wären die Armen reich und die Reichen arm,
würden die reichen Armen den armen Reichen
auch keine Hand zur Hilfe reichen.

Die armen Reichen würden den reichen Armen,
auch über ihr Leid klagen.

Bleiben die Armen arm und die Reichen reich,
so ist’s genau gleich!

und noch’n Gedicht

Unterhaltung

Es war einmal ein Ehepaar,
getraut seit langen Zeiten,
ergraut im Alltagsleiden.

Die Kinderschar schon ausgezogen,
der Ehemann sie schon betrogen,
wollten sie sich doch nicht scheiden,
gescheit beschlossen diese beiden
um die Beziehung zu erhalten,
sich mal recht zu unterhalten.

Sie ging in den Kinosaal
und er begann aufs eine Mal,
von ARD zu RTL zu schalten.

Reinhard vs. Eric

Wenn ich die Sterne erreichen könnte,
würde ich für dich einen herabziehen
es scheint an mein Herz
so kannst du die Warheit sehen:
Das diese Liebe die ich in mir habe
in allem scheint.
Aber jetzt kommt es mir vor
als ob es nur in meinem Taum ist.

Und ich kann die Welt verändern,
ich will das Sonnenlicht in deinem Universum sein.
Du willst glauben das meine Liebe wirklich etwas gutes ist,
Baby wenn ich die Welt verändern könnte.

Und wenn ich ein König sein könnte
nur für einen Tag,
ich nähme dich als meine Königin;
Ich hätte keine andere möglichkeit.
Und unsere Liebe wird die Regel sein
in dem Königreich das wir erschaffen haben.
Bis dann würde ich verrücktsein,
wünschte vor den Tag…

Als ich die Welt verändern konnte,
ich würde das Sonnenlicht in deinem Universum sein.
Du willst glauben das meine Liebe wirklich etwas gutes ist,
Baby wenn ich die Welt verändern könnte.
Baby wenn ich die Welt verändern könnte.

Ich kann die Welt verändern,
ich würde das Sonnenlicht in deinem Universum sein.
Du willst glauben das meine Liebe wirklich etwas gutes ist,
Baby wenn ich die Welt verändern könnte.
Baby wenn ich die Welt verändern könnte.
Baby wenn ich die Welt verändern könnte.

Ich nehm es gleich vorweg, dies ist kein Songtext, der fragwürdigen Kitsch-Pop-Ikone Yvonne Catterfeld. Wenngleich dieser auch einem Mitglied Silbereisens alternder Drogenkomune um Marianne und Michael entsprungen sein könnte, ist dies nur eine deutsche Übersetzung eines nur so vor Kitsch triefenden Ergusses des amerikanischen „Blues“ Musikers „Slowhand“, der eben diesen in einer musikalisch doch recht gelungen Rockballade vor den unaufmerksamen Hörern versteckt:

Eric Clapton – Change the World

If I could reach the stars
Pull one down for you
Shine it on my heart
So you could see the truth

That this love I have inside
Is everything it seems
But for now I find
It’s only in my dreams

If I can change the world
I would be the sunlight in your universe
You would think my love was really something good
Baby if I could change the world

If I could be king
Even for a day
I’d take you as my queen
I’d have no other way
And our love will rule
In this kingdom we have made
‚Til then I’ll be a fool
Wishing for the day

If I can change the world
I would be the sunlight in your universe
You would think my love was really something good
Baby if I could change the world

If I can change the world
I would be the sunlight in your universe
You would think my love was really something good
Baby if I could change the world

Slowhand- der Spitzname mag bezeichnend seine für die träge, unbeholfene kreavite Feder den Ton in Text zu fassen.
So mag der geneigte Bremen1 Hörer in alläglicher Monotonie, während des Wartens an der Ampel auf dem Weg zur Arbeit vielleicht sogar die ein oder andere Textzeile erahnen, und sich die Kernausauge „If I can change the world“ ins Deutsche „Wenn ich die Welt verändern könnte“ übersetzen.

Den „Atomkraft- Nein, Danke!“ Aufkleber auf der Heckklappe seines Kleinwagens gedenkend, mag der Ökoträumer und Radiohörer nun den fälschichen Rückschluss ziehen, in dem Song eine Antwort auf die ökologischen Probleme, und sozialen Ungerechtgkeiten dieser Welt zu finden, oder doch wenigstens einen utopischen Ansatz einer besseren oder anderen Gesellschaft.
Was Popsongs, wie „In the Year 2525“, oder „Earth Song“ schaffen,.vermag dieser nicht im Ansatz.

Die gesellschaftliche Relevanz des Textes tendiert gegen Null, und weicht der egoistischen, geradezu subversiv-hedonistisch anmutenden Aussage, dass die dringenste Veränderung des Ist-Zustandes der Welt, ein eigenes Königreich in erfüllter Liebe „If I could be king
Even for a day I’d take you as my queen
“ sein muss und nicht die Unterbindung von 25.000 Hungertoten täglich.

Diese eigentlich perverse Entwicklung auf der inhaltlichen Ebene des Blues, vom Klagelied der Sklaven auf den Baumwollfeldern Nordarmerikas zum Märchenkitsch alternder Gitarrenbarden zeigt auch die fehlende Kongruenz zwischen musikalischer und textlicher Ebene auf.

Man mag Reinhard Mey noch so viel Pathetik und musikalische Einfallslosigkeit vorwerfen, die Authentizität seiner Songs ist seit dem Beginn seiner Karriere ungebrochen.
Zwar mögen Lieder wie „Die heiße Schlacht am kalten Buffet“ auch nie den Mantel der Alltäglichkeit verlassen, allein sprachästhetisch sind sie von hohen Wert und zeugen von einer immensen Beobachtungsgabe des Liedermachers für die kleinen Dinge des Lebens.

Musikalisch verbinden sich Text und Musik bei Mey stehts harmonisch zu einem immer aussagekräftigen Ganzen und Lieder wie „Sei wachsam“ oder „Nein, meine Söhne geb ich nicht“ zeugen von der ungebrochenen beißenden Sozialkritik eines mit Würde alternden ’68ers, der den Bezug zur Gegenwart nie verliert.

Clapton mag sein idealistisches Traum-Liebes-Königreich höchstens mit den plumpen Tagträumen eines Homer Simpsons im Abendfernsehn in der virtuellen Realität wiedergespiegelt sehen.

In diesem Sinne

Marcus

sind sie klar, unverschwommen?

viel zu unbedacht hast du diesen blick

winkel

mit ernst genommen

dich abgemüht, warst so abgebrüht

hast der lyra, der unsterblichen

eine seele zugesprochen

sie urteilen lassen

über sich selbst urteilen lassen

doch die sterblichen nur

können dies

„Wär ich ein richtiges Gedicht“,
sagten sich mal diese Zeilen,
„reimte ich mich nicht,
drum muss ich so verweilen:

kontrovers nur marginal,
kulturell? Ich? Minimal!
Kein Platz für mich im Regal,
nichts fatales, radikales,
ich bin doch letzlich nur Banales!

Ein Lächeln zauber ich wohl doch,
auf der Leser Minen,
anstatt nur eben diese
wie es ein rechter Dichter tut,
mit Unverständnis zu vermiesen.“

Ein Poet ja der ist heute gut,
wenn er der Worte Seele stiehlt,
und ohne Reim und Gefühl es tut,
sondern nur dem Unsinn sich empfielt.

„Drum lieber ein Nichts,
als schwere Kost“,
sagte sich das Gedicht,
und fand so Trost.
Marcus  11 ’08

Es fuhren Zwei mit dem Ford fort,
Knut und Cord.
„Wohin fort?“
fragte Knut Cord
„zum Fjord, Richtung Nord, sofort“
„D’accord hinfort“

So fuhren sie von Ort zu Ort,
bald kamen sie an einen Hort
und klopften dort.
Ein Mann in Short‘    s
trat an die Pfort
hervor und Knut und Cord ganz Ohr
schauten erstaunt empor.
Un flüsterten im fort e
„Oh Cord ein Ork, bin voller Sorg“
„Lasst uns fort Knut, mit dem is mir nicht gut“

Der Ork hieß Bork
und stach sofort den armen Cord
mit seiner Fork e
„Du Schorke!“ schrie Knut
und sein Mut schwand sofort,
im Angesciht des toten Cord.

„Hinfort von diesem Ort!“
schrie Bork und Knut,
Hals über Hut
stieg in den Ford und fuhr nach Haus
und bleib für immer dort.

Nun ist er sehr verbohrt,
lebt er noch heute fort,
vermisst er seinen Cord
und ist voll Grahm und Sorg.

Drum hasst er alle Orks
und Herr der Ringe
und kümmert sich um andre Dinge.

Und die Moral von dem Gedicht:
die Reise zu den Skandinaven,
kann dir als schwachen Wicht,
den Spaß an Fantasy entsagen.

Marcus   11 ’08