Tag Archive: Musik


Mein Freund, der Tellkamp

Wer sich nicht für Bücher interessiert, liest bitte den vorangehenden Fußballartikel.

Derjenige, der im Jahre 2008 anno domini das Abitur im Fach Deutsch des wunderschönen Bundeslandes Niedersachsen abgelegt hat, wird sich (wahrscheinlich) an einen Typen namens Tellkamp erinnern. Seine sprachkünstlerische Masturbationsvorlage „Der Schlaf in den Uhren“ polarisierte diejenigen Schüler, die wirklich Lust auf die Beschäftigung mit Literatur hatten. Ein Beispiel für Gegenwartsliteratur sei hier gegeben, dafür habe der Jungautor sogar den Ingeborg Bachmann-Preis gewonnen. Naja, diese Auswahl sei entschuldigt, die Beamten im Kultusministerium sind ja auch nur pensionierte Lehrer. Weiterlesen

Platon’s Songs

von philales89

Schon der alte Platon machte sich Gedanken über die Bildungspolitik. In seinem Werk „Der Staat“ (gr. Politeia, wörtlich „Die Verfassung“) diskutiert sein Lehrer Sokrates mit anderen jungen Menschen im Hause des Oligarchen Kephalos in der Athener Hafenstadt Piräus. Den Fußballinteressierten müsste dieser Stadtteil durchaus geläufig sein.

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Hurricane 2009

von nec

Viiiel zu spät möchte ich an dieser Stelle doch auch endlich noch ein paar Worte zum Hurricane 2009 verlieren. Ich werde mich dabei rein auf die Bands beschränken, eventuelle Nebenbeschäftigungen lass ich einfach mal wegfallen 😉 Weiterlesen

THE BAND!

hallo leute!

es ist zeit, meine band „10miles“ vorzustellen. leider ist unsere homepage www.10miles.de noch nicht ganz fertig, aber dafür überzeugt diese hier umso mehr: www.myspace.com/10milesberlin.

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Angewandte Soziologie

Wie ja sicherlich viele von euch wissen, ist meine ICQ Kontaktliste hoffnungslos überfüllt von alten Spacenations Mitspielern usw.

Ich hatte jedoch nie das verlangen die auszumisten und heute hat sich das wieder einmal bezahlt gemacht. Ein Kontakt mit dem ich mal in einer Alli war und seit Jahren nix geschrieben habe meldete sich bei mir und fragte nach einem Musiktip von mir. Prompt gab ich ihm ein paar gute Hinweise und mir wurde gedankt für meine Spontanität. Mein gutes Gespür für die Situation zwang mich jedoch nachzuhaken und freundlich nachzufragen, was des für eine Aktion sei, worauf ich die Antwort bekam, dass es sich bei meinem Gesprächspartner um einen Soziologiestudenten handle und  er einfach mal ein bisschen experimentieren wolle.

Fand ich angesichts der kommerziellen und industriellen Reizüberflutung im öffentlichen Raum eine witzige Idee und werde ich gegebenenfalls demnächst selber mal austesten.

Soviel von mir

mfg Joe

heute:  ich glaub ich steh‘ im zoo – die genrelandschaft der musik

musik-mobile-zoo

„guck mal mama! dahinten ist der rockerkäfig! und dort das freejazz-gehege! ohnein! die metalaffen treiben es heute aber wieder bunt, dabei sind sie uns menschen doch so ählich… die gemeinen hüpfenden technofreaks sind aber auch heute wieder nervös…“ „komm jetzt kind, wir wollen noch zur hauptattraktion der volksmusik, der silbereisen balanciert da einen ball auf der nase…“

als aktiver musiker, der auch mal über den tellerrand schaut und nicht nur seine drei punkakkorde auf der gitarre schrammelt, sondern auch versucht, sich eingehender mit dem kern der musik zu beschäftigen, stelle ich mir schon seit längerer zeit die frage, was für möglichkeiten die zeitgenössische musik hat, sich weiterzuentwickeln.

die frage , die ich mir oft stelle, ist simpel: gibt es nicht schon alles? vorraussetzung zur beantwortung dieser frage ist die klassifizierbarkeit der musik, die auf mehrere arten möglich ist. die strenge unterteilung nach E- (klassische musik) und U-musik (populäre musik, volksmusik, eigentlich auch jazz, aber die übergänge sind fließend) bietet sich für meine betrachtung nicht an, auch die chronologishce unterteilung nach epochen ist sicherlich nicht sehr hilfreich. am besten zeige ich euch einen kleinen überblick über die stilrichtungen der musik, also ihrer genres: alle stile aufzuzählen und zu bewerten würde den artikel sprengen, deswegen greife ich etwas vor.

die musik der einzelnen völker, ethinien und sprachen allein ist schon sehr vielfältig, darunter fällt zum beispiel lateinamerikanische und afrikanische musik, musik der kelten genauso wie der berber, alpenländische und esperanto musik ebenfalls. auch die religionen der welt haben ihre eigene musiken hervorgebracht, nicht zuletzt der klezmer der juden ist bei uns beliebt, jeden sonntag kann man in unseren kirchen abendländischer kirchenmusik lauschen und aus dem dönerladen in neukölln schallt vielleicht arabisch geprägte musik. diese verschiedenen genres eignen sich nicht gut für meine fragestellung nach der erweiterbarkeit der musik, da sie sich zum teil auf jahrhunderte alte traditionen begründen und nur wenig verändert werden. interessanter als ethnische musik oder die klassischen epochen westlicher musik (musik des mittelalters, renaissance, Barock, Rokoko – vorklassik, wiener klassik, Romantik, impressionismus etc.) sind für mich die zeitgenössischen genres der E-Musik (ernsten Musik). da gibt es unter anderem die zwölftonmusik, die serielle musik (auf mathematischen reihen und proportionen aufbauend) und die minimal music als vertreter der postmodernen musik. doch mal ehrlich, wer außer komplett abgedrehte freaks hört sowas? 😉

nicht minder umfangreich sind die stilrichtungen der U-Musik (Unterhaltunsmusik), was auch daran liegt, dass neue bands mit ihrem debütalbum schnell mal ein neues genre gründen, dass dann so ähnlich wie „scandinavianmelodicdeathmetaleletrocore“ heißen kann. meiner meinung nach reichen drei bezeichungen vollkommen aus: pop, rock und jazz – damit ist alles gesagt. leider wird das zweigwerk der pop-rock-genres immer dichter, sodass der geneigte hörer sich über bezeichnungen wie „Neue deutsche Todeskunst, Future-Pop, Ghetto-Tech, Tribal House, Dark Ambient, Shoegazing und Grindcore“ wundern muss. Ein vergleichbar harmloses, aber nicht minder verwirrendes genre ist da noch der „Crossover“. ganz ehrlich: wir sind doch nicht im zoo!!! ist nicht die gründung eines neuen genres nur die vermischung von alten elementen und nur die veränderung von klanglichen strukturen? wird wirklich etwas neues geschaffen? muss nicht vielleicht ein komplettes umdenken in der musik geschehen, um im 21. jahrhundert eine neue musik zu etablieren, die der vielfältigkeit und qualität der musik der letzten jahrhunderte würdig ist?

hier poste ich eine kleine gliederung für die nächsten artikel. eigentlcih wollte ich alles in einem artikel abarbeiten, aber es wird einfach zu viel:

  • Vol.2 rückbesinnung auf alte musikstile, deren wiederentdeckung und einbindung, vintage wahn, romantische verklärung der rocknroll und hippieära (kid rock, 60er blueshype, 80er synthiestil, wiederentdeckung des soul, alicia keys etc.)
  • Vol. 3 tonale ausflüchte (metal: slipknot, komplexität: dream theater?)
  • Vol. 4 abgleiten ins extreme (excitium, free jazz bitches brew, frank zappa, downtunings, immer höherer kammerton in der klassik)
  • Vol.5 weniger ist mehr – minimal music, die gefahr der maschinenmusik?
  • Vol. 6 was hört du? eigentlich alles… wiederholungen im songwriting bezüglich der harmonik und des klanges (gary moore, c am f g, am f c g)
  • Vol. 7 belanglosigkeit macht sich breit, kunst als industriezweig, dsds, sind wir soweit, dass wir das zusammenwürfeln von klischees als musikalische qualität einschätzen?, zwanghaftes vergleichen, einordnen in genres, stile

euer Philip

Weekend Journey

hey leute. hiermit verweise ich auf ein internetvideo, dass mein onkel heute morgen mit mir aufgenommen hat.

ich improvisiere darin auf unsererem verstimmten klavier über die chordchanges Gb-Ab-Bb in der tonart Bb-moll. musikalischer trick ist hierbei der wechsel der grundtöne bei gleichbleibenden diskanttönen in der rechten hand, welche durch den verändernden grundton jeweils eine andere harmonische bedeutung bekommen. natürlich variiere ich auch viel in der rechten hand doch das hauptthema beinhaltet die töne c und f über den grundtönen Gb-Ab-Bb. im letzten drittel schaffe ich es irgendwiezu C-dur zu modulieren, achtet mal drauf, und komme schleißlich wieder zu Bb-moll zurück, indem ich über F7-F#vermindert-Ab chromatisch moduliere. 😀 😀 😀 jeder wird sich jetzt fragen: chromatisch? ich seh keine farben… 😀

die musik ist im augenblick ihres erklanges entstanden und ist frei erfunden…

im zweiten video arbeite ich mich durch den quintenzirkel von C nach F, Bb, Eb, Ab, Db, Gb/F#, H, E, A, D, G und wieder zurück zu C. ich sinniere einfach ein bisschen über diese dominantverbindungen und ihre leittöne (später vor allem die übermäßige Quinte). jeder akkord (hier jeweils die dominante) strebt zum nächsten akkord. C (Dominante) nach F (Tonika), F (Dominante) nach Bb (Tonika)  etc. ihr seht, die akkordfunktion ändert sich nach jedem akkrod je nach blickwinkel und gefühltem grundton, der akkord der gerade noch nach tonika und abschluss geklungen hat, ist nun wieder eine treibende dominante. aber genug der theorie.

P.S.: lasst euch von den atemgeräuschen meines onkels nicht ablenken!